Der frühere Dierenpark Emmen, zuvor Noorder Dierenpark, war ein großer Tierpark in der Stadt Emmen in den Niederlanden nahe der Grenze zu Deutschland. Er bestand aus einem 13 ha großen Gelände im Stadtzentrum und einem Gebiet außerhalb auf dem Noordbargeres, die durch eine Fußgängerbrücke miteinander verbunden waren. Der Zoo wurde 1935 von Wilhelm Osting gegründet und später von Henk Hiddingh geführt. Die Anlage war nach Kontinenten gruppiert und sollte im Nordteil noch erweitert werden. Große Anlagen waren die Afrikanische Savanne, der "Wilde Westen" und das Gehege für die Asiatischen Elefanten.

Der Dierenpark im Stadtzentrum von Emmen wurde Ende 2015 geschlossen. An seiner Stelle wurde im Frühjahr 2016 im Nordteil des früheren Zoos der Wildlands Adventure Zoo Emmen mit neuer Gestaltung und neuen Anlagen eröffnet.


Elefantenhaltung im Dierenpark Emmen (1988-2015)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ankunft einer Elefantengruppe aus Myanmar 1988[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1988 wurde die Anlage und auch die Zahl der Elefanten vergrößert, als sowohl die fünf Kühe Swe San Htay, Htoo Kin Aye, Htoo Yin Aye, Khaing Lwin Htoo und Thi Ha Way als auch der Bulle Naing Thein aus Myanmar (Birma) in Emmen eintrafen. Einige Monate später kamen auch die beiden Kühe Thi Ha Phyu und Yu Zin in Emmen an. die im Zoo Emmen verbliebene Annabel, die seit dem 20. Mai 1966 in Emmen lebte, übernahm bei den jungen Elefanten die Rolle der Leitkuh.

Elefantengeburten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Elefantenzucht im Dierenpark Emmen war sehr erfolgreich. Die beiden Zuchtbullen Naing Thein und Radza haben allerdings für überwiegend männlichen Nachwuchs gesorgt. Im Dierenpark sind 30 Elefanten geboren worden, zwei davon waren Totgeburten. Ein weiterer starb während der Geburt zusammen mit seiner Mutter Swe San Htay. Von den 27 lebendgeborenen waren 23 Bullkälber.

Vater der ersten 15 Kälber ist Naing Thein, der mit Erreichen der Geschlechtsreife seiner Tochter Mingalar Oo an den Zoo Praha abgegeben wurde (heute im Zoo Leipzig). Vater der nächsten 15 Kälber (Nr. 16-30) war der Zuchtbulle Radza.

Im Dierenpark Emmen wurden folgende Kälber geboren:

  1. Mingalar Oo, weiblich, geboren am 03.01.1992 (Mutter: Htoo Kin Aye), lebt heute mit ihren Söhnen Radza junior und Mauk im Wildlands Adventure Zoo Emmen (s.u.).
  2. Bo Gyi, männlich, geboren am 01.06.1992 (Mutter: Yu Zin), gestorben am 07.07.1993 im Zoo Emmen, getötet nach Beinbruch wegen eines Grabensturzes.
  3. Kan Yome, männlich, geboren am 29.05.1994 (Mutter: Khaing Lwin Htoo), wurde wegen eines Herzfehlers eingeschläfert am 30.05.1994.
  4. Ant Bwe Lay, männlich, geboren am 23.08.1994 (Mutter: Htoo Kin Aye), lebt heute im Zoo Pont-Scorff in der französischen Bretagne. Seine Tochter Arwen starb dort mit einem Jahr am Herpesvirus. Ant Bwe Lays dortige Zuchtpartnerin Homaline starb im Dezember 2018.
  5. Aung Naing Lay, männlich, geboren am 09.11.1997 (Mutter: Yu Zin), lebt heute mit der im Zoo Odessa geborenen Tendi im Zoo Charkow (Ukraine), bislang ohne Nachwuchs.
  6. Tsje Pyan, männlich, geboren am 23.12.1997 (Mutter: Thi Ha Phyu), lebte seit 2003 im Park La Reserva del Castillo de las Guardas bei Sevilla (Spanien), verstarb dort an einer Lebensmittelvergiftung im April 2017.
  7. Maung Htoo, männlich, geboren am 08.02.1998 (Mutter: Swe San Htay), war wie Tsje Pyan im La Reserva del Castillo de las Guardas und lebt seit Mai 2011 im französischen Romanèche Touroparc mit zwei älteren Kühen ohne Gelegenheit zur Zucht.
  8. Ma Palai, weiblich, geboren am 08.03.1998 (Htoo Yin Aye), lebt heute mit ihrer Mutter (noch) kälberlos im Dierenrijk bei Eindhoven. Sie ist mütterlicherseits die Halbschwester der jüngeren in Emmen geborenen Bullen Ananda Yingthway, Mong Tine und Thuya.
  9. männliche Totgeburt, geboren am 09.07.1998 (Mutter: Khaing Lwin Htoo).
  10. Ma Ya Yee, weiblich, geboren am 02.05.1999 (Mutter: Htoo Kin Aye), lebt wie ihre Schwester Mingalar Oo im neuen Wildlands Adventure Zoo Emmen mit ihren drei Söhnen Ein She Min, Ravi, und Manoa, ihrem gesamten Nachwuchs.
  11. Aung Bo, männlich, geboren am 16.07.2001 (Mutter: Khaing Lwin Htoo), war mit seiner Mutter auf Zwischenstation im Zoo Köln, reiste 2007 ebenfalls in den Park La Reserva del Castillo de las Guardas bei Sevilla (Spanien) und im September 2012 weiter zum Zoo Chester wo er mittlerweile Vater von Nandita Hi Way, Indali Hi Way, Aayu Hi Way, Anjan Hi Way und Riva Hi Way wurde. Alle sind Nachkommen von Thi Ha Way, die selbst für kurze Zeit in Emmen gelebt hat. Wegen des in Chester verbreiteten Herpesvirus leben von Aung Bos Kälbern aber nur noch Indali, Anjan und Riva.
  12. Aung Si, männlich, geboren am 04.03.2002 (Mutter: Thi Ha Phyu), war ebenfalls mit seiner Mutter in Köln und ging 2007 zusammen mit Aung Bo zum La Reserva del Castillo de las Guardas bei Sevilla (Spanien), verstarb dort wie sein Bruder Tsje Pyan (und drei weitere Nachwuchsbullen aus Emmen) an einer Lebensmittelvergiftung im April 2017.
  13. Kan Kaung, männlich, geboren am 27.05.2002 (Mutter: Yu Zin), reiste 2008 wie Halbbruder Than Myan ins Dierenrijk in Mierlo bei Eindhoven (Niederlande), mit diesem Ende 2013 dann weiter nach La Reserva del Castillo de las Guardas in Spanien, wo er wie dieser im April 2017 an einer Lebensmittelvergiftung starb.
  14. Than Myan, männlich, geboren am 05.09.2002 (Mutter: Htoo Yin Aye), lebte ab 2008 wie Kan Kaung im Dierenrijk in Mierlo (Niederlande) und ging mit diesem Ende 2013 nach La Reserva del Castillo de las Guardas bei Sevilla, verstarb dort im April 2017 an einer Lebensmittelvergiftung.
  15. Letsongmon, männlich, geboren am 06.06.2005 (Mutter: Htoo Kin Aye), letzter Emmener Sohn von Naing Thein, lebt mit seinem Neffen Myo Set Kaung seit Ende 2015 im Attiko Zoologiko Parko in Griechenland.
  16. Myo Set Kaung, männlich, geboren am 07.08.2005 (Mutter: Mingalar Oo), erster Emmener Sohn von Radza und erster Nachwuchs der selbst in Emmen geborenen Mingalar Oo, lebte wie Letsongmon, ein Bruder seiner Mutter, zwischenzeitlich im Zoo Plock in Polen und ging Ende 2015 mit seinem Onkel in den Attiko Zoologiko Parko in Griechenland.
  17. Unt Bwe, männlich, geboren am 23.05.2006 (Mutter: Swe San Htay), hielt sich seit Mai 2011 ebenfalls im La Reserva del Castillo de las Guardas bei Sevilla auf, wo bereits vier Emmener Söhne von Naing Thein lebten, verstarb dort an einer Lebensmittelvergiftung im April 20187.
  18. Swe Zin, weiblich, geboren am 08.08.2007 (Mutter: Htoo Kin Aye), die einzige in Emmen geborene Tochter von Radza, lebt mit ihren Halbschwestern mütterlicherseits Mingalar Oo und Ma Ya Yee im Wildlands Adventure Zoo Emmen.
  19. Ananda Yingthway, männlich, geboren am 25.02.2008 (Mutter: Htoo Yin Aye), lebte zunächt in Emmen und wurde am 12.4.2014 zusammen mit dem Halbbruder Yoe Ma in den Zoo de Maubeuge transportiert.
  20. Totgeburt, geboren und gestorben am 11.03.2008 (Mutter: Swe San Htay).
  21. Yoe Ma, männlich, geboren am 04.09.2008 (Mutter: Mingalar Oo), zweiter Sohn von Mingalar Oo, lebt seit 2014 zusammen mit Ananda Yingthway im Zoo de Maubeuge.
  22. Ein She Min, männlich, geboren am 23.05.2009 in Emmen (Mutter: Ma Ya Yee), erster Nachwuchs von Ma Ya Yee, lebt noch wie seine Familie in Emmen.
  23. Bullkalb, das während der Geburt am 17.02.2010 im Mutterleib zusammen mit seiner Mutter Swe San Htay starb.
  24. Einga-Tha, männlich, geboren am 09.03.2010 (Mutter: Htoo Kin Aye), lebt noch in Emmen.
  25. Mong Tine, männlich, geboren am 06.02.2011 (Mutter: Htoo Yin Aye), lebte ab Dezember 2013 zusammen mit Mutter, Halbschwester Ma Palai und dem jüngeren Bruder Thuya im Dierenrijk in Mierlo und reiste im Mai 2016 gemeinsam mit Halbbruder Shwe Myarr weiter in den Zoo Plock in Polen.
  26. Shwe Myarr, männlich, geboren am 08.08.2011 (Mutter: Mingalar Oo), dritter Sohn von Mingalar Oo, lebte bis Mai 2016 in Emmen und reiste dann gemeinsam mit Halbbruder Mong Tine weiter in den Zoo Plock in Polen .
  27. Thura, männlich, geboren am 22.05.2012 (Mutter: Htoo Kin Aye), ist am 11.06.2012 nach dem Tod seiner Mutter eingeschläfert worden.
  28. Thuya, männlich, geboren am 15.07.2013 (Mutter: Htoo Yin Aye), reiste Ende 2013 mit seiner Familie ins Dierenrijk nahe Eindhoven (Niederlande) und wurde am 02.03.2010 an den Zoo Veszprém in Ungarm abgegeben. Dort lebt er als jüngster in einer Jungbullengruppe zusammen mit Nuka aus dem Zoo Hannover und Kyan aus dem Zoo Amersfoort.
  29. Radza junior, männlich, geboren am 16.05.2014 (Mutter: Mingalar Oo), benannt nach seinem wenige Monate zuvor verstorbenen Vater, lebt mit seiner Familie in Emmen.
  30. Ravi, männlich, geboren am 20.07.2014 (Mutter: Ma Ya Yee), letzter Nachwuchs von Radza, lebt mit seiner Familie in Emmen.

Abgaben und Todesfälle 1988-2015[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben den Abgaben und Todesfällen der Jungbullen, die bereits oben bezeichnet sind und hier erst näher ab 2010 aufgeführt werden, gab es auch unter den Kühen und den Familien Todesfälle und Überführungen in andere Zoos.


Abgabe von Thi Ha Way[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da Thi Ha Way nicht in die neue Herde hineinpasste, reiste sie schon am 07.11.1988 aus Emmen ab, um über den englischen Longleat Safari Park am 13.12.1988 in den Londoner Zoo zu gelangen. Am 02.10.1991 ging sie in den Zoo Chester, wo sie seitdem als Mutter, Großmutter und Urgroßmutter der Kälber von Aung Bo, lebte. Am 16.09.2020 verstarb sie dort mit Arthritisproblemen..


Abgabe von Khaing Lwin Htoo und Thi Ha Phyu[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 02.08.2004 verließ Khaing Lwin Htoo mit Aung Bo den Zoo Emmen und kam als erste in die neue Elefantenanlage des Kölner Zoos. Wenige Tage später folgte Thi Ha Phyu mit ihrem Sohn Aung Si. Sie waren die ersten Elefanten in der dortigen neuen Anlage mit Protected-Contact-Haltung.


Tod von Annabel und Abgabe von Yu Zin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die dortige frühere Leitkuh Annabel musste am 1. März 2009 eingeschläfert werden. Nach einem Schubser des Jungbullen Myo war sie in den Graben gestürzt und konnte danach unter Schock nicht wieder aufstehen. Sie wurde 45 Jahre alt[1]. Um ihre Nachfolge bemühte sich ihre Freundin Yu Zin, die aber zuviel Unruhe in die Herde brachte und deshalb am 22.03.2010 an den Zoo Woburn (England) abgegeben wurde.


Tod von Swe San Htay und ihrem letzten Kalb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Nacht zum 18.02.2010 verstarb auch Annabels engste, dreißigjährige Freundin Swe San Htay. Sie wurde am Morgen leblos im Stall aufgefunden, nachdem sie sich bei der anstehenden nächtlichen Geburt ihres jüngsten, dabei ebenfalls verstorbenen männlichen Kalbes das Becken gebrochen hatte. Die Rolle der Leitkuh hatte inzwischen Htoo Kin Aye übernommen, an zweiter Stelle steht ihre älteste Tochter Mingalar Oo[2].


Abgabe von Myo Set Kaung und Letsongmon[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Htoo Kin Aye wurde im Frühjahr 2010 von ihrem Enkel Myo Set Kaung heftig angegriffen, danach wurde Myo von der Herde getrennt, und ein neuer Platz wurde für ihn gesucht. Man hielt ihn daraufhin zusammen mit seinem gleichaltrigen Onkel Letsongmon getrennt von den anderen Elefanten im Vorhof, bis beide pubertierende Jungbullen am 30.08.2010 den Dierenpark verließen, um in den Zoo Plock (Polen) gebracht zu werden. Seit 2015 leben sie im Attiko Zoologiko Parko in Griechenland.


Abgabe von Unt Bwe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 08.05.2011 verließ auch Unt Bwe den Dierenpark. Nachdem seine etwas ältere Spielgefährtin Ma Palai mit Mutter und ihrem neugeborenen Halbbruder Mong Tine von der Gruppe abgetrennt worden war, hatte Unt Bwe für Unruhe bei den anderen Elefanten gesorgt und war von ihnen ebenfalls abgetrennt worden. Er reiste dann vom 08. bis 10.05.2011 zur La Reserva del Castillo de las Guardas, wo bereits vier in Emmen geborene Jungbullen lebten, darunter sein Halbbruder Maung Htoo, der aber kurz vor seiner Ankunft aus El Castillo abreiste und in den französischen Romanèche Touroparc gebracht wurde. Unt Bwe starb dort im April 2017 wie die übrigen dort lebenden Bullen aus dem Dierenpark Emmen an einer Lebensmittelvergiftung.


Tod von Htoo Kin Aye und ihrem letzten Kalb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 11.06.2012 kam es zum Todesfall von Htoo Kin Aye, in dessen Folge auch ihr jüngst geborener Sohn Thura verstarb. Sie wurde vom Rest der Elefantengruppe getrennt. Im Elefantenhaus kam sie zu Fall und stürzte auf ihren jüngsten Sohn. Obwohl sie wieder auf die Beine kam, fiel sie erneut und stand nicht mehr auf. Der Tierarzt stellte nur den Tod fest. In Folge ihres Sturzes und Todes wurde dann Thura eingeschläfert. In der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Utrecht wurden beide, Mutter und Kind, untersucht. Die Autopsie ergab, dass Htoo Kin Aye durch einem Riss in der Gebärmutter geschwächt war und daran später wohl auch verstarb. Thura war demnach stark unterernährt und hatte von ihr anscheinend nicht genug Milch erhalten. In Utrecht wurden die Kadaver entsorgt.


Trennung der Familien Htoo Kin Aye und Htoo Yin Aye[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Tod von Htoo Kin Aye wurden die beiden verbliebenen Elefantenfamilien zur Beilegung von Konflikten getrennt. Die letzte verbliebene Burma-Kuh Htoo Yin Aye stand tagsüber mit ihrer Tochter Ma Palai und ihren Söhnen Ananda Yingthway und Mong Tine im Haus und im Bereich vor dem Haus, die Töchter, Söhne und Enkel der verstorbenen Htoo Kin Aye hielten sich hingegen auf der Außenanlage auf. Nachts wurde getauscht. Ananda Yingthway, der zuvor schon alleine stand, lebte zwischenzeitlich wieder mit seiner Familie zusammen, wurde aber nachts in einer eigenen Box gehalten. Insbesondere sollte diese Haltung Ma Ya Yee schonen, die wohl öfter in Konflikte mit der Htoo-Yin-Aye-Familie geraten war und nun ihren Rückhalt durch die Mutter verloren hatte. Mingalar Oo ist nun die älteste Kuh der Htoo-Kin-Aye-Familie. In Absprache mit dem Zuchtbuchführer wurde überlegt, ob die Familie von Htoo Yin Aye insgesamt abgegeben werden soll.

Nach vorläufigen Hinweisen auf die Abgabe an einen deutschen Zoo ließ der Zoo Osnabrück im Januar 2013 mitteilen, dass er die Familie von Htoo Yin Aye sowie einen anderen, noch nicht bestimmten Zuchtbullen im März 2013 aufnehmen wird. Ende März 2013 wurde bekannt, dass, bei den für die Überführung notwendigen Gesundheitsuntersuchungen an den abzugebenden Elefanten, Antikörper gegen Tuberkulose bei Htoo Yin Aye und Ananda Yingthway nachgewiesen wurden, so dass die Tiere nicht wie geplant nach Osnabrück abgegeben werden konnten. Der Befund sollte in Emmen weiter untersucht werden, auch Mitarbeiter, die im Kontakt zu den Elefanten waren, wurden zur Sicherheit untersucht. Damit blieb das Schicksal der Familie von Htoo Yin Aye zunächst unbestimmt. Während dieser Zeit gebar die Zuchtkuh am 15.07.2013 ihr fünftes Kalb, erneut einen kleinen Bullen namens Thuya. Ende September 2013 wurde dann berichtet, der letzte Tuberkulose-Test habe ergeben, dass die Elefanten nicht daran erkrankt sind. Da der Zoo Osnabrück, der die Tiere aufnehmen sollte, inzwischen eine Jungbullengruppe hielt, musste eine neue Unterbringung für die Familie gefunden werden.


Tod von Radza[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem in letzter Zeit die Fußprobleme bei Radza, die er bereits 2003 aus Riga (allerdings am anderen Vorderfuß) nach Emmen mitgebracht hatte, verstärkt auftraten und sich der Bulle nur mühsam bewegen konnte, wurden Röntgenaufnahmen seiner Beine gemacht, die eine infektiöse Entzündung des Knochenmarks bei ihm aufzeigten. Daher wurde am 01.10.2013 entschieden, Radza einzuschläfern, um ihm die Schmerzen in den Füßen zu ersparen. Mit dem rund 7.000 kg schweren Bullen mit den mächtigen Stoßzähnen verlor der Zoo erneut einen wichtigen Teil seiner Elefantengruppe, eine eindrucksvolle Gestalt und einen erfahrenen Zuchtbullen.


Abgabe der Familie von Htoo Yin Aye[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 12.12.2013 erreichten die vier Elefanten zusammen den Zoo Dierenrijk in Mierlo bei Eindhoven. Die vierköpfige Familie von Htoo Yin Aye bestand aus Htoo Yin Aye selbst, ihrer Tochter Ma Palai und ihren Söhnen Mong Tine und Thuya. Zuvor, am 3.12.2013, waren vom Dierenrijk aus die beiden ebenfalls aus Emmen stammenden Jungbullen im Dierenrijk Than Myan und Kan Kaung auf die Reise nach Spanien geschickt worden, wo sie seit dem 05.12.2013 im La Reserva del Castillo de las Guardas bei Sevilla lebten. Than Myan war Htoo Yin Ayes ältester Sohn. Weitere Bullkälber aus Emmen lebten ebenfalls noch in La Reserva del Castillo de las Guardas. Nach der Abreise der Bullkälber war der Verbleib des dritten Jungbullen Sibu im Dierenrijk vorgesehen, der als nicht verwandter Bulle mit der Elefantenfamilie zusammengebracht werden und mit den Kühen auch züchten sollte[3]. So konnte sich die Familie dort vergrößern um Htoo Yin Ayes zweite Tochter Jing.

Mit der Abgabe von Htoo Yin Aye verließ die letzte überlebende Zuchtkuh aus Birma den Zoo Emmen, in dem nun nur noch die drei Töchter von Htoo Kin Aye† sowie ihr Sohn und drei Enkelsöhne verbleiben. Mit der bevorstehenden Abreise von Ananda Yingthway, dem letzten verbliebenen Sohn von Htoo Yin Aye in Emmen, entsteht in absehbarer Zeit im Zoo Emmen damit erstmals eine richtige Elefantenherde von miteinander verwandten Kühen und Bullkälbern.


Abgabe von Ananda Yingthway und Yoe Ma[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Abreise von Htoo Yin Aye mit Ma Palai und mit ihren beiden jüngsten Söhnen wurde ihr zweitältester Sohn Ananda Yingthway erneut getrennt gehalten, mit Yoe Ma aus der Htoo-Kin-Aye-Familie zusammengeführt und auf eine künftige Abgabe vorbereitet. Beide Jungbullen reisten am 02.04.2014 in den französischen Zoo de Maubeuge, wo sie seitdem als Zweiergruppe zusammenleben. Mit der Abreise der beiden Nachwuchsbullen lebt erstmals nur eine Elefantenfamilie in Emmen. Dabei handelte es sich um die drei Schwestern Mingalar Oo, Ma Ya Yee und Swe Zin, die drei Töchter von Htoo Kin Aye, sowie die drei jüngeren Bullen Ein She Min (Sohn von Ma Ya Yee), Einga-Tha (Sohn von Htoo Kin Aye†) und Shwe Myarr (Sohn von Mingalar Oo). Am 16.05.2014 wurde dann von Mingalar Oo ein weiteres Bullkalb geboren, ihr vierter Sohn Radza junior. Am 20.7.2014 hat auch Ma Ya Yee dem Zoo eine weiteres Bullkalb geschenkt, es wurde Ravi getauft.


Überführung der Elefantenherde in die Wildlands[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Dierenpark Emmen wurde Ende 2015 geschlossen. Vor der Wiedereröffnung als „Wildlands Adventure Zoo Emmen“ wurde die verbliebene Familie der verstorbenen Htoo Kin Aye am 12. und 13. Januar 2016 in die neue Parkanlage überführt. Ihre neue Anlage befindet sich dort im Bereich „Jungula“.


Elefantenhaltung im Wildlands Adventure Zoo Emmen (seit 2016)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Umzug in die Wildlands[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 12. und 13. Januar 2016 wurde die Elefantenherde vom alten Dierenpark Emmen in den neuen Wildlands Adventure Zoo transportiert. Zunächst wurden fünf der acht Elefanten verladen, am anderen Tag dann Swe Zin, die sich zunächst geweigert hatte, und zwei Jungbullen. Am 27.01.2016 konnten die Elefanten erstmals auf die Innenanlage mit Bademöglichkeit. Als dritter Zuchtbulle für Emmen bzw. als erster für den neuen Emmener Park war Mekong vorgesehen, der seinerzeit noch im Artis-Zoo Amsterdam stand.

Außerdem stand ursprünglich die Abreise von Ein She Min und Einga-Tha an, die im polnischen Zoo Plock die Nachfolge ihrer älteren Halbbruders Myo Set Kaung und dessen Onkel Letsongmon antreten sollten, die wiederum im Dezember 2015 in den Attiko Zoologiko Parko nach Griechenland gebracht wurden. Ein She Min und Einga-Tha blieben aber bisher weiterhin in Emmen, stattdessen wurde Mingalar Oos Sohn Shwe Myarr zusammen mit Mong Tine aus dem Dierenrijk nach Płock geschickt.

Am 30.Januar 2016 traf aus dem Artis-Zoo Amsterdam der dritte Zuchtbulle Mekong in Wildlands ein. Weitere Kälber für die drei Töchter von Htoo Kin Aye, Mingalar Oo, Ma Ya Yee und Swe Zin, wurden von Mekong erwartet, der nach der Geburt seines Sohnes Voi Nam allerdings erst in jüngster Zeit wieder als aktiver Zuchtbulle in Prag und Amsterdam aufgetreten ist.


Entwicklungen in der neuen Bullengruppe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Umzug vom Zoo Emmen in den Wildlands Adventure Zoo Emmen leben Ein She Min und Einga-Tha zusammen mit dem neuen Zuchtbullen Mekong abwechselnd auf der großen Innen- oder auf der Außenanlage, wobei Mekong oft auch mit der Familienherde zusammen ist. Die beiden Jungbullen sind allerdings durch ein Gitter von der Familienherde getrennt. Da die Innenanlage im Wildlands Adventure Park eine große Seenlandschaft beherbergt, finden sich die Elefanten dort oft zu stundenlangen Badespielen ein.

Seit dem Frühjahr 2018 ist bekannt, dass Ein She Min an einem Vitamin-D-Mangel leidet. Er wiegt für sein Alter mit 1,7 to. mindestens 1 Tonne zu wenig. Sein neun Monate jüngerer Halbbruder und Onkel Einga-Tha wiegt 2,6 Tonnen. Ein She Min bekommt jetzt Zusatzprodukte bzw. Medikamente um seine Unterversorgung mit dem Vitamin D zu kompensieren. Er hat bereits 150 kg in kurzer Zeit zugenommen.

In wenigen Monaten will man die beiden 4-jährigen Bullen Radza junior und Ravi auch öfters von der Mutterherde trennen und zu Mekong in die Bullenherde stecken, u.a. auch damit Ein She Min nicht immer nur der Unterlegene ist. Zwischen Mekong und Einga-Tha hat sich eine echte Männer-Freundschaft gebildet. Ein She Min hat bislang noch keinen Freund bzw. richtigen Spielkameraden.


Abgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abgabe von Shwe Myarr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 31.05.2016 reiste Shwe Myarr gemeinsam mit seinem ebenfalls in Emmen geborenen Halbbruder väterlicherseits Mong Tine aus dem Zoo Dierenrijk im Rahmen des EEP in den polnischen Zoo Plock. Beide Bullen werden in Płock in einer Junggesellengruppe als Nachfolger von Letsongmon und Myo Set Kaung zusammenleben, bevor sie später an anderer Stelle selbst für Nachwuchs sorgen sollen.


Abgabe von Mekong und Bullentausch mit Timber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitte Mai 2019 kam Mekong wieder in Musth. Man hoffte, dass er nach mittlerweile drei Jahren Aufenthalt in Wildlands auch Gefallen an der jüngsten Kuh Swe Zin finden würde, die bisher von ihm nicht gedeckt wurde.

Der Kinder-Zoo des Circus Knie in Rapperswil am Zürichsee in der Schweiz wollte gern den Bullen Mekong zumindest zeitweise übernehmen. Der Rotterdamer Bulle Timber sollte stattdessen als neuer Zuchtbulle zum Wildlands Adventure Zoo Emmen überführt werden.

Am 19.Mai 2020 war es soweit: Mekong ist in Knies Kinderzoo in Rapperswil am Zürichsee in der Schweiz angekommen. Am 20.Mai 2020 ist der Elefantentransporter sogleich nach Rotterdam weitergefahren, um im Zoo Rotterdam den Bullen Timber aufzuladen und zum Wildlands Adventure Zoo Emmen zu bringen.

Timber ist mittlerweile gut in der Emmener Elefantenhaltung angekommen. Sowohl in der Bullengruppe mit den vier Jungbullen, als auch in der Zuchtgruppe mit den drei Kühen und den zwei Kälbern fühlt er sich wohl. Vielleicht sind die beiden älteren Kühe Mingalar Oo und Ma Ya Yee bereits tragend von Mekong. Jedenfalls bemüht sich Timber scheinbar mehr um Swe Zin, bzw. Swe Zin flirtet mit ihn.

Obwohl Timber mit 22 Jahren nur gut halb so alt ist wie Mekong hat er diesen Gewichtsmäßig bereits überholt, denn er wiegt ca. 6.100 kg und Mekong 5.750 kg.


Elefantengeburten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zucht mit Mekong[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit zwei Bullkälbern im Jahre 2018 scheint Mekong die Tradition vorwiegend männlichen Nachwuchses fortzusetzen.

  1. Mauk, männlich, geboren am 2.April 2018 als fünfter Sohn von Mingalar Oo, lebt mit seiner Familie in Emmen.
  2. Manoa, männlich, geboren am 26.06.2018 (Mutter: Ma Ya Yee), lebt mit seiner Familie in Emmen.
  3. unbenannt†, circa 14 monatiger Fötus am 16.07.2020 (Mutter: Ma Ya Yee)

Im Juni 2020 gab der Zoo bekannt, dass Mingalar Oo und Ma Ya Yee wieder trächtig sind und die Kälber im Frühjahr 2021 geboren werden. Ihr Vater wäre der Mekong. Der Zoo hofft auf weibliche Nachkommen.


Zucht mit Timber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 20.Mai 2020 kam Timber vom Zoo Rotterdam und bereits am 3.Juni 2020 kam Swe Zin in den Östrus und wurde von ihm gedeckt. Da Ma Ya Yee ihr Ungeborenes verloren aber ausgetrieben hat, wird erwartet dass auch sie in 2020 von Timber tragend wird.


Elefanten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Derzeit leben zehn Elefanten im Zoo Emmen, davon sieben männliche und drei weibliche Tiere. Der hohe Anteil an Bullkälbern korrespondiert mit dem überwiegenden männlichen Nachwuchs im Dierenpark.

Es sind:

Von den in Emmen geborenen Kälbern leben neben allen weiblichen Tieren (außer Ma Palai) noch etliche der seit dem Jahr 2009 geborenen männlichen Nachkommen von Htoo Kin Aye dort. Der männliche Nachwuchs wird länger im Zoo verbleiben, denn jetzt hat Emmen selbst eine Bullengruppe.

Zu den in Emmen geborenen Kühen bzw. Kuhkälbern gehören die herangewachsenen älteren Schwestern Mingalar Oo und Ma Ya Yee, die selbst bereits Mütter sind, sowie deren Halbschwester (von mütterlicher Seite) Swe Zin.

Von den aus Birma importierten Kühen lebt nach Abgaben und Todesfällen keine mehr in Emmen. Die verbleibende Familiengruppe aus Töchtern, Söhnen und Enkeln der verstorbenen Htoo Kin Aye soll als Stamm einer neuen Zuchtgeneration in Emmen verbleiben.


Zukunftspläne der Elefantenhaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da mittlerweile die Östruszeiten von Swe Zin bekannt sind, hat man alle Türen geöffnet um die gesamte Herde mit den sieben Bullen zusammen dem Publikum zu zeigen.

Die Zoodirektion möchte gern die Herde auf zwanzig Elefanten anwachsen lassen. Schon jetzt klagen die Pfleger aber über zu wenig Platz hinter den Kulissen um ein ordentliches Target-Training mit allen Tieren durchführen zu können. Platz ist ja ausreichend vorhanden. Somit bleibt es spannend in der Emmener Elefantenhaltung, denn Jungbullen sollen in Zukunft frühestens mit zwölf Jahren den Zoo verlassen und so halb macht man sich schon mit dem Gedanken vertraut, Ein She Min noch viel länger versorgen zu dürfen, bis er denn sein Handikap überwunden hat.


Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elefanten im Zoo Emmen, Niederlande
Asiatische Elefanten
Kühe: Mingalar Oo | Ma Ya Yee | Swe Zin (2007)
Bullen: Timber | Ein She Min (2009) | Einga-Tha (2010) | Radza junior (2014) | Ravi (2014) | Mauk (2018) | Manoa (2018)
Elefanten im Zoo Emmen seit 1936
Asiatische Elefanten
Kühe: Oelie (1936-1938) | Sheila (1939-1949) | Katinka (1939-1961) | Barbara (1961-1966) | Annabel (1966-2009) | Rosa (1967) | Hella (1981-1996) | Zitta (1986-1996) | Swe San Htay (1988-2010) | Htoo Kin Aye (1988-2012) | Htoo Yin Aye (1988-2013) | Khaing Lwin Htoo (1988-2004) | Thi Ha Way (1988) | Thi Ha Phyu (1988-2004) | Yu Zin (1988-2010) | Mingalar Oo (1992-heute) | Ma Palai (1998-2013) | Ma Ya Yee (1999-heute) | Swe Zin (2007-heute)
Bullen: Naing Thein (1988-2003) | Bo Gyi (1992) | Kan Yome (1994) | Ant Bwe Lay (1994-2000) | Aung Naing Lay (1997-2002) | Tsje Pyan (1997-2003) | Maung Htoo (1998-2003) | Aung Bo (2001-2004) | Aung Si (2002-2004) | Kan Kaung (2002-2008) | Than Myan (2002-2008) | Radza (2003-2013) | Letsongmon (2005-2010) | Myo Set Kaung (2005-2010) | Unt Bwe (2006-2011) | Ananda Yingthway (2008-2014) | Yoe Ma (2008-2014) | Ein She Min (2009-heute) | Einga-Tha (2010-heute) | Mong Tine (2011-2013) | Shwe Myarr (2011-2016) | Thura (2012) | Thuya (2013) | Radza junior (2014-heute) | Ravi (2014-heute) | Mekong (2016-2020) | Mauk (2018-heute) | Manoa (2018-heute) | Timber (2020-heute)
Afrikanische Elefanten
Kühe: Suzan (1972-1980)
Bullen: -
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